Schnee am Düsseldorfer Rheinufer: Wie geht das?

     

Schneespezialist allrounder sorgt für Schneesicherheit am Düsseldorfer Rheinufer

Düsseldorf gilt im FIS Skilanglauf Weltcup als schneesicherster Veranstaltungsort überhaupt. Die Schneewahrscheinlichkeit liegt dort Anfang Dezember bei 100 %. Schneespezialis­ten aus der Skihalle in Neuss präparieren die perfekte Strecke für den Skilanglauf-Sprint am Düsseldorfer Rheinufer und die Athleten aus aller Welt. Die erfahrenen Pistentechniker benötigen dafür 3.000 bis 4.000 Kubikmeter Schnee – je nach Wetterlage. Die Weltcupstrecke aus Neusser Schnee hält auch widrigsten  Bedingungen stand. Dies liegt an der Schneequalität und der Art der Präparierung.

Der Ursprung des Weltcupschnees liegt in Düsseldorfs Nachbarstadt Neuss. Seit Januar 2001 steht hier die erste Skihalle Deutschlands. Weißer Pulverschnee lockt an 365 Tagen im Jahr alpine Skifahrer und Snowboarder. Auch Langläufer nutzten die Skihalle für Materialtests unter „Idealbedingungen“. 2001 entstand in der JEVER SKIHALLE Neuss die Idee des Düsseldorfer Skilanglauf Weltcups. Zusammen mit den Veranstaltungspart­nern westdeutscher skiverband e.V. und sportAgentur Düsseldorf organisiert Skihallenbetreiber allrounder auch 2010 den FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf. In der Skihalle laufen nicht nur die Fäden für die gesamte Organisation zusammen – auch der Schnee kommt von hier.

Aus Leitungswasser wird Pulverschnee

Die JEVER SKIHALLE NeussDer Weg des Weltcup-Schnees beginnt unter dem Dach der Skihalle. Aus zwölf Schneekanonen, die unter dem Hallendach angebracht sind, wird durch Düsen reines Wasser ohne chemische oder sonstige Zusätze durch Druckluft zu feinem Nebel zerstäubt. Der so mit eiskalter Luft und vorgekühltem Wasser produzierte kalte Nebel kristallisiert auf dem Weg von der 14 Meter hohen Decke bis zum Hallenboden – in Verbindung mit der Hallenluft von minus 4 Grad – zu feinstem Schnee. Unten angekommen, haben die Flocken die Konsistenz von echtem Pulverschnee – optimal zum Skifahren und Snowboarden. Damit die Qualität des Schnees auf der Piste der Skihalle gleichmäßig und gleichbleibend gut ist, wird auch der Hallenboden in der JEVER SKIHALLE Neuss gekühlt. Ein ausgeklügeltes System von Kühl­schläuchen, die in der Piste verlegt sind, sichert eine konstante Schneetemperatur von bis zu minus 17 Grad.

Der Schneetransport nach Düsseldorf

Von der Halle ab auf den LKW: die Schneeverladung geht zügig voranDer Transport des „weißen Goldes“ in die Düsseldorfer Altstadt ist organisatorisch der anspruchsvollste Teil des Aufbaus der Skilanglaufstrecke. Durch die Pistenbully-Einfahrt der Skihalle, die nur halb so breit ist wie ein Fußballtor, fahren die Experten den Schnee aus der Skihalle nach draußen und verladen ihn dort auf LKW. Wenn der Schnee die Neusser Skihalle verlässt, hat er eine Temperatur von etwa minus 10 bis minus 14 Grad. Er wird am Düsseldorfer Rheinufer auf der unteren Uferebene zunächst in „Schneedepots" zwi­schengelagert und mit Planen abgedeckt. So bleibt er vor negativen Wettereinflüssen geschützt. Aufgrund der Temperatur, seiner feinen Struktur und einer sehr hohen Verdichtung nach der Präparation, isoliert sich der Schnee sehr gut selbst. Die Menge des Schnees, den die Experten zu einer 30 Zentimeter hohen Schneedecke komprimieren, begünstigt diesen Effekt. Dadurch schmilzt der Schnee auch bei warmem Wetter nur langsam.

Auf dem Burgplatz wird der Schnee vom LKW abgeladenIn der Nacht von Freitag auf Samstag verteilen die Pistenbullys den Schnee gleichmäßig auf der gesamten Fläche der Weltcup-Strecke am Rhein - in diesem Jahr auch auf dem neuen Streckenabchnitt auf dem Burgplatz, wodurch die Schneemenge gegenüber den Vorjahren um etwa 300 Kubikmeter ansteigt. Den Feinschliff der Pisten-Präparation übernehmen die Pistentechniker der Skihalle, die Skilehrer der allrounder-Skischule und die Helfer des wsv in Handarbeit. Pünktlich zu Trainingsbeginn am Samstagmorgen steht die Piste den Athleten und Skitechnikern dann zur Verfügung.

Know-how für eine perfekte Strecke

Der Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf gehört zu den schneesichersten Veranstaltungsorten des Weltcup-Winters. Die Schneesicherheit in Düsseldorf ist so hoch, „dass wir anders als sonst üblich im Veranstaltungsvertrag mit der FIS keinen schneesicheren Ausweichort benennen müssen“, erklärt August Pollen, Chef des Organisationskomitees für den FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf, die Sonderstellung des Sprints am Rhein. „Anerkennendes Lob für die Qualität der Strecke von Trainern und internationalen Athleten ist ein großartiger Lohn für viele Tage und Nächte harter Arbeit.“

Schneereceycling für die Biathlon-World-Team-Challenge auf Schalke

Nach dem Weltcup in Düsseldorf landet ein Großteil des Schnees sofort im Rhein – es handelt sich ja schließlich um reines Wasser. Etwa ein Drittel des Schnees wird als unterste Schneeschicht für die Wettkampfstrecke der Biathlon-World-Team-Challenge in der Arena auf Schalke genutzt und darauf frischer Schnee aus der JEVER SKIHALLE Neuss aufgetragen. Auch beim Biathlon-Event auf Schalke sorgen die allrounder-Schneespezialisten seit Jahren für ideale Streckenbedingungen.

Weitere Informationen:
Die Umweltbilanz des FIS Skilanglauf Weltcups
Piste Skihalle Neuss

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