Schnee am Düsseldorfer Rheinufer: Wie geht das?

Die Schneesicherheit ist hier so hoch, wie an wenigen anderen Orten: Düsseldorf hat Anfang Dezember eine Schneewahrscheinlichkeit von 100%. Damit am Düsseldorfer Rheinufer eine perfekte Strecke für den Skilanglauf Weltcup und die Athleten aus aller Welt zur Verfügung steht, sind die Schneespezialisten aus der Skihalle in Neuss im Einsatz. Diese erfahrenen Pistentechniker präparieren die Rennstrecke aus 3.000 Kubikmetern Schnee. Aber wie wird der Schnee produziert, und wie verhindert man über das gesamte Weltcup-Wochenende das Schmelzen des Schnees?

Die Antwort auf diese Fragen führt von der Düsseldorfer Altstadt über den Rhein und ein paar Kilometer weiter bis nach Neuss. Seit Januar 2001 steht hier mit der JEVER SKIHALLE Neuss die erste Skihalle Deutschlands. Hier wurde auch der FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf erfunden. Zusammen mit den Veranstaltungspartnern westdeutscher skiverband e.V. und sportAgentur Düsseldorf organisiert Skihallenbetreiber allrounder auch 2009 den FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf. In der Skihalle laufen nicht nur die Fäden für die gesamte Organisation zusammen – auch der Schnee kommt von hier.

Aus Leitungswasser wird Pulverschnee

Die JEVER SKIHALLE Neuss

Der Weg des Weltcup-Schnees beginnt in 14 Metern Höhe. So hoch hängen nämlich die Schneekanonen unter dem Dach der Skihalle. Es sind insgesamt zwölf Schneekanonen, durch deren Düsen reines Wasser ohne chemische oder sonstige Zusätze durch Druckluft zu feinem Nebel zerstäubt wird. Der so mit eiskalter Luft und vorgekühltem Wasser produzierte kalte Nebel kristallisiert auf dem Weg von der Decke bis zum Hallenboden – in Verbindung mit der Hallenluft von minus 4 Grad – zu feinstem Schnee. Unten angekommen und zur Piste geformt, haben die Flocken dann die optimale Konsistenz von echtem Pulverschnee. Damit die Qualität des Schnees auf der Piste der Skihalle gleichmäßig und gleichbleibend gut ist, wird auch der Hallenboden in der JEVER SKIHALLE Neuss gekühlt: Ein ausgeklügeltes System von Kühlschläuchen, die in der Piste verlegt sind, sichert eine konstante Schneetemperatur von bis zu minus 17 Grad.

Der Schneetransport nach Düsseldorf

Schneeverladung
Schneelieferung

Der Transport des „weißen Goldes“ in die Düsseldorfer Altstadt ist organisatorisch der anspruchsvollste Teil für den Aufbau der Langlaufstrecke. Durch die Pistenbully-Einfahrt der Skihalle, die nur halb so breit ist wie ein Fußballtor, fahren die Experten den Schnee aus der Skihalle nach draußen und verladen ihn dort auf LKW. Der Schnee wird am Düsseldorfer Rheinufer auf der unteren Uferebene zunächst in „Schneedepots" zwischengelagert und mit Planen abgedeckt. Dann verteilen Pistenbullys den Schnee gleichmäßig auf der gesamten Fläche der Weltcup-Strecke. Den Feinschliff der Pisten-Präparation übernehmen die Pistentechniker der Skihalle, die Skilehrer der allrounder Skischule und die Helfer des wsv in Handarbeit.

Know-how für eine perfekte Strecke

Deutsches Nationalteam auf dem Weg zum Gipfel in Neuss

Wenn der Schnee die Neusser Skihalle verlässt, hat er eine Temperatur von etwa minus 10 bis minus 14 Grad. Aufgrund der Temperatur, seiner feinen Struktur und einer sehr hohen Verdichtung nach der Präparation, isoliert sich der Schnee sehr gut selbst. Die Menge des Schnees, der zu einer 30 Zentimeter hohen Schneedecke komprimiert wird, begünstigt diesen Effekt: Der Schnee schmilzt auch bei warmem Wetter nur langsam. Der Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf gehört damit zu den schneesichersten Veranstaltungsorten des Weltcup-Winters. Nicht alle Austragungsorte können eine so hohe Schneesicherheit garantieren, wie das Jahr 2004 zum Beispiel zeigte: Hier musste der zweite Weltcup nach Düsseldorf in Östersund (Schweden) kurzfristig nach Gällivare, dicht an den Polarkreis, verlegt werden, weil in Östersund kein Schnee lag. „Die Schneesicherheit in Düsseldorf ist so hoch, dass wir anders als sonst üblich, im Veranstaltungsvertrag mit der FIS keinen schneesicheren Ausweichort benennen müssen“, sagt August Pollen, der Chef des Organisationskomittees für den FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf. Anerkennendes Lob für die Qualität der Strecke von Trainern und internationalen Athleten ist ein großartiger Lohn für viele Tage und vor allem Nächte harter Arbeit. So zog der deutsche Bundestrainer Jochen Behle nach dem Düsseldorfer Weltcup 2008 wieder ein
zufriedenstellendes Fazit: „Das ist eine Vorbild-Veranstaltung für den gesamten Weltcup: Organisation, Schnee, Strecke – das passt einfach. Das war wieder perfekt.“

Weitere Informationen:
Die Umweltbilanz des FIS Skilanglauf Weltcups
Piste Skihalle Neuss

FIS Skilanglauf Weltcup 2008

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