Das war der Skilanglauf Weltcup Düsseldorf 2009
Ein Russe obenauf – Trotz Regens 200.000 Zuschauer
Der überragende Mann des Skilanglauf Weltcups in Düsseldorf kommt aus Russland. Alexei Petukhov triumphierte sowohl im Einzel- als auch im Teamsprint. Mehr als ein fünfter Platz sprang für die Deutschen auch im Team nicht heraus. Hanna Kolb war der einzige Lichtblick.
Ernüchterung im deutschen Team. „Hanna ist super gelaufen, aber mit dem Gesamtergebnis bin ich nicht zufrieden.“ Dieses Fazit des deutschen Skilanglauf-Bundestrainers Jochen Behle nach den Einzelsprints beim Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf (04.-06.12.09) hatte auch am Ende des zweiten Wettkampftags Bestand. Bis auf den überraschenden 11. Platz der 18-jährigen Hanna Kolb in ihrem ersten FIS Weltcup-Rennen überhaupt, sprinteten die Deutschen der Weltspitze meist hinterher – in Einzel- und Teamsprint. Im Einzelsprint der Damen siegte die Schwedin Hanna Falk, im Teamsprint Magda Genuin und Arianne Follis aus Italien. Gut 200.000 Zuschauer erlebten an drei Tagen ein vielseitiges Snow Event rund um den Burgplatz und sportlich hochklassige Rennen. Der Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf gilt als größtes Ski-Einzel-Event des Weltcup-Winters. Veranstalter sind die allrounder winter world (Betreiber der JEVER SKIHALLE Neuss), die sportAgentur Düsseldorf und der westdeutsche skiverband e.V.
Hanna Kolb rettet die Ehre der Deutschen - Deutschlands Läufer skaten hinterher
Viel Lob gab es wieder für die Organisation, doch sportlich lief es in Düsseldorf für die deutschen Sportler alles andere als optimal. Die großen Sprint-Nationen zeigten Behles Athleten deutlich die derzeitigen Grenzen auf. Der deutsche Hoffnungsträger Josef Wenzl, Düsseldorf-Sieger von 2007, scheiterte mit Platz 41 im Einzelsprint schon im Prolog – und war damit noch bester Deutscher. Lars Hänel lief auf Platz 51, Tom Reichelt wurde 52., Jens Filbrich 53. Für Wenzls Trainer Tor Arne Hetland, im vergangenen Jahr für Norwegen noch Sieger im Teamsprint in Düsseldorf, war sein Schützling „einfach nicht schnell genug. Und wenn man nicht schnell genug ist, bekommt man im Sport das, was man verdient. Aber seine Zeit wird kommen.“ Sieger Alexei Petukhov verhinderte einen norwegischen Dreifach-Triumpf. Anders Glöersen, Eirik Brandsdal und John Kristian Dahl mussten sich dem Russen geschlagen geben. Von den 15 gestarteten Deutschen kam nur die 18-jährige Hanna Kolb ins Halbfinale. Claudia Nystad wurde 20., Evi-Sachenbacher-Stehle 29. Als Überraschungssiegerin lief die Schwedin Hanna Falk in ihrem zweiten Weltcup-Rennen vor Natalia Korosteleva aus Russland und der Slowenin Fabjan Vesna ins Ziel. Auch im Teamsprint blieb die Ausbeute der Deutschen bescheiden. Nur die erfahrene Paarung Evi Sachenbacher-Stehle/Claudia Nystad lief ins Finale und dort auf Rang 5. Den Sieg ersprinteten sich bei den Damen Magda Genuin/Arianna Follis, bei den Herren der überragende Mann des Wochenendes, Alexei Petukhov, gemeinsam mit seinem Landsmann Nikolay Morilov.
Großartige NikoLauf-Premiere für den guten Zweck
Tolle Bilder und ungewöhnlich entspannte Gesichter der Läufer auf der Strecke erlebten die Zuschauer am Samstagnachmittag. Nach dem Ende der Einzelsprints gingen rund 100 Hobbyläufer in Nikolauskostümen auf die Weltcupstrecke, auf der kurz zuvor noch die Besten der Besten um Weltcup-Punkte gekämpft hatten. Freiwillige „Startgelder“ der NikoLäufer und die Erlöse aus der allrounder-Verlosung brachten fast 4.000 Euro. Sie kommen komplett der Hilfsorganisation BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ zugute. Für die spaßige Aktion mit karitativem Zweck schlüpften auch Prominente ins rote Kostüm. Ausdauer-Sportler Joey Kelly, Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz und DEG-Coach Harold Kreis mischten sich unter die fast 100 Hobbyläufer. Den Startschuss gab der Chef des Organisations-Komitees, August Pollen. Auch hinter den langen weißen Bärten blieb der Spaß am Laufen den tausenden Zuschauern am Streckenrand nicht verborgen. „Das war eine vorbildliche Aktion“, lachte Kelly unter seiner roten Zipfelmütze.
Der FIS Skilanglauf Weltcup umrahmt vom Snow Event
200.000 Zuschauer trotzten von Freitag bis Sonntag dem Regen und nutzten die trockenen Stunden, um das Eventgelände entlang der Weltcupstrecke zu erobern. Und dort gab es einige Neuerungen. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag vertraten erstmalig die Schützen das rheinische Brauchtum. Die Schweizer bauten direkt ein ganzes Dorf auf, um mit kulinarischen und künstlerischen Genüssen für ihr Land zu werben. Den Schnee hatten sie zwar nicht mitgebracht – der kam aus der Skihalle Neuss, aber ihre Schweizer Skilehrer gaben den Kleinsten wie im vergangenen Jahr auf der Skirampe gratis Skikurse. Auf der ARAG-Rodelbahn ging es ebenfalls auf echtem Schnee eine rasante Abfahrt herunter. Die Tubingreifen waren ein beliebtes Gefährt für kleine und große Besucher. Für die „Großen“ ging es dann am Samstag in unmittelbarer Nachbarschaft des Burgplatzes weiter zur Weltcup-Party. Location war erstmalig das Schlösser Quartier Bohème in der Düsseldorfer Altstadt. DJ Charly aus der Skihalle Neuss sorgte für original Après Ski und die Band „Just for fun“ für top Partystimmung.
Der heimliche Star: Die Weltcupstrecke
Mit Lob überschüttet wurde einmal mehr die Strecke am Rhein. Sowohl Sportler als auch Trainer zollten dem Team um Streckenchef German Huber aus der JEVER SKIHALLE Neuss höchsten Respekt für die Präparation des 830 Meter langen weißen Bandes. „Die Strecke ist in einem top Zustand. Wahnsinn, wie hart die selbst am Ende des Wettkampfs noch ist. Das sind geniale Bedingungen,“ lobte auch Sprinter Tom Reichelt. Auf die Strecke wollte er seinen enttäuschenden 52. Platz im Einzelsprint nicht schieben.
Innerhalb von drei Nächten hatte die Skihalle im nur 16 Kilometer entfernten Neuss 3.000 Kubikmeter Schnee ans Rheinufer gebracht. Dieser entsteht aus reinem Leitungswasser ohne chemische Zusätze.
Weltcup Stimmung bei freiem Eintritt
"Düsseldorf ist der ideale Austragungsort für Sport-Großveranstaltungen. Perfekte Organisation, ein begeisterungsfähiges Publikum, Sportler, die Höchstleistungen zeigen, und Live-Übertragungen im ZDF: Auch die achte Auflage des Ski-Weltcups ist ein voller Erfolg und beste Werbung für die Sportstadt Düsseldorf", resümierte Christina Begale, Geschäftsführerin der sportAgentur Düsseldorf. Die Düsseldorfer Zuschauer nutzten auch in diesem Jahr wieder den freien Eintritt, um trotz Dauerregens die deutschen und internationalen Athleten an der Strecke anzufeuern. August Pollen, Chef des Organisationskomitees und Geschäftsführer des Ver¬anstalters allrounder (JEVER SKIHALLE Neuss), freute sich zusammen mit den Partnern sportAgentur Düsseldorf und westdeutscher skiver¬band e.V. über die gelungene Veranstaltung. „Unser Dank gilt auch in diesem Jahr unseren Sponsoren und Partnern ARAG, Schweiz Tourismus, PCC, ISS Facility Services sowie Europcar, Audi, Raiffeisenbank Kleinwalsertal und Metro, die den Besuchern einen kostenfreien Zutritt zur Weltcupveranstaltung ermöglichen. Das ist einmalig im Weltcup“, bedankt sich Johannes Janz, Geschäftsführender Gesellschafter von allrounder, für das teilweise langjährige Engagement.





















