Mit der U-Bahn zum Skiweltcup

Skilanglauf Weltcup Düsseldorf: Eine überraschende Umweltbilanz

Er gilt als größtes Ski-Einzel-Event des gesamten Ski-Winters: der FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf. 3.000 bis 4.000 Kubikmeter Schnee werden dafür in der Neusser Skihalle produziert, nach Düsseldorf transportiert und direkt am Rhein zu einer Weltcupstrecke präpariert. Dieses Event lockt nicht nur die besten Skilangläufer der Welt in NRWs Landeshauptstadt, sondern auch hunterttausende Zuschauer. Der Aufwand ist schon enorm, aber längst nicht so umweltbelastend wie viele denken.

Unterm Strich sieht’s richtig gut aus

Ziehen wir einmal Bilanz. Umweltbilanz. Als erstes überrascht, dass die Produktion des Schnees gar nicht die größte Rolle spielt. Der wichtigste ökologische Aspekt bei Veranstaltungen dieser Größenordnung ist in der Regel nämlich der dadurch verursachte Verkehr. Er hat meist den größten Anteil am Energieverbrauch (oft über 90 %) der Gesamtveranstaltung. Hier ist Düsseldorf mit seiner guten Verkehrsinfrastruktur und den hervorragend ausgebauten öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut aufgestellt. Rund die Hälfte der Besucher nutzte nach einer Studie der FH Düsseldorf bereits in der Vergangenheit öffentliche Verkehrs­mittel zur Anreise. Und die Akzeptanz von Bus und Bahn wächst stetig. Zudem sind die Anreisewege vergleichsweise kurz: Nach der FH-Studie kamen rund 75 % der 350.000 Be­sucher des Weltcups 2007 aus Düsseldorf und der Region. Auch sensible Naturräume werden in Düsseldorf nicht tangiert.

Energiebedarf pro Besucher wie beim Konzert oder Fußballspiel

Der Stromverbrauch für die gesamte Veranstaltung liegt im üblichen Bereich einer Großveranstaltung. In Relation zur Besucherzahl entspricht der Verbrauch pro Besucher beim Weltcup in Düsseldorf mit knapp 0,5 kw/h etwa dem Stromverbrauch pro Besucher bei einem Konzert in einem (Fußball)-Stadion. Auch der Energieverbrauch pro Besucher bei einem Fußball-Bundesligaspiel liegt im gleichen Rahmen. Das mag vielleicht zunächst verwundern. Schaut man aber genau hin, wird klar, dass es sich um eine relativ geringe Schneemenge handelt, die für die rund 800 Meter lange Strecke be­nötigt wird. 1500 Kubikmeter Wasser werden zur Herstellung von 3000 Kubikmetern Schnee benötigt – nicht mehr, als in einem normalen 50-Meter-Schwimmbecken. Vor Ort in Düsseldorf muss der Schnee auf­grund seiner feinen Struktur und dem richtigen Know-how nicht gekühlt werden. Der Energieverbrauch ist hier null. Auch chemische oder sonstige Zusätze kommen nicht zum Einsatz.

Extrem kurzer Transportweg

Der Schnee hat keine lange Reise zu bewältigen. Von der Skihalle in Neuss bis ans Rheinufer in Düsseldorf sind es lediglich 16 Kilometer. Und am Ende stehen zehntausende begeisterte Zuschauer. Würde man nicht den Schnee zu den Zuschauern nach Düsseldorf, sondern die Zuschauer (etwa im Reisebus) zu einem Weltcup z.B. ins Schweizer Davos transportieren, könnten für den gleichen Energieverbrauch nur etwa 150 Sportfans mitfahren, denn der Treibstoffverbrauch aller LKW-Fahrten entspricht in etwa dem Verbrauch von drei Reisebussen auf dem Weg von Düsseldorf nach Davos und zurück. Zum Weltcup in Düsseldorf kamen 2007 rund 350.000 Zuschauer.

Wirtschaftsschub und Nachwuchsförderung

Wenn man die Veranstaltung im Ganzen betrachtet, fallen auch viele weitere positive Aspekte ins Gewicht: sportliche, soziale, ökonomische und gesundheitliche. Die Studie der Fachhochschule Düsseldorf zeigt: Die Stadt Düsseldorf profitiert von dem seit Jahren großen internationalen Medienecho und der Imagesteigerung. Die lokale und regionale Wirtschaft profitiert direkt und der FIS Skilanglauf Weltcup ist eine optimale Werbung für eine der gesündesten und attraktivsten Sportarten. Die Nachwuchsarbeit der Skiclubs weit über das Land NRW hinaus wird gefördert. Nicht zuletzt die positiven sozialen Aspekte sind nicht zu vernachlässigen: Die Freude und Zufriedenheit der Zuschauer und der Wert eines kostenlosen, hochwertigen Familien- und Sportprogramms in der Düsseldorfer Innenstadt - das schätzen die Besu­cher. "Aus Besuchersicht wird der FIS Skicup uneingeschränkt positiv bewertet, 88% der Befragten be­werten das Ski-Event mit gut oder sehr gut. 77% möchten im nächsten Jahr wieder kommen", so die Autoren der FH Düsseldorf-Studie. Dabei kann jeder mithelfen, die Umweltbilanz weiter zu verbessern, nämlich dort, wo 90 % der Energie verbraucht wird: beim Verkehr. Nutzen Sie bitte öffentliche Verkehrsmittel zur Anreise!


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