Weltcup-Historie: 21.12.2008

Trotz Regen: Fotofinish beim Herrensprint

Spannender konnte es nicht werden: während bei den Damen die russische Staffel hauchdünn vor Norwegen gewann, musste der Sieger bei den Herren erst nach dem Fotofinish entschieden werden. Glück auch für die Deutsche Damen-Staffel, die von einer Disqualifikation der Italienerinnen profitierten und auf Rang drei kamen.

Kurz vor Weihnachten bekamen die Sportfans nochmal ein Weihnachtsgeschenk der Extraklasse. Toller Sport wurde am Burgplatz geboten, leider konnten die Deutschen nicht eingreifen. Bei strömenden Regen verpassten die drei Herrenstaffeln komplett die Finalrunde, was Bundestrainer Jochen Behle nicht gefiel. Erstmals missmutig wollte er sich zum Abschneiden seiner Mannen nicht äußern. Sogar ein paar Flüche sollen dem Chefcoach über die Lippen gegangen sein.

Freuten sich über den 3. Platz: Claudia Nystad und Steffi BöhlerUmso mehr sollte er sich über das Abschneiden von Claudia Nystad und Stefanie Böhler gefreut haben. Diese zogen souverän ins Finale ein. In diesem zeigten sich die starken Nerven der Deutschen. Lange Zeit hielten sich Böhler und Nystad schadlos und blieben nahe hinter der Spitze. Die Tempoverschärfungen der norwegischen Staffel in der letzten Runde war für die Deutschen kein Problem. Doch in der finalen Runde stürzte die Schwedin Ingrid Vikman, direkt vor Claudia Nystad, die um sie herum laufen musste.

 

Disqualifikation: Deutsch-Duo auf dem „Stockerl“

Dieser Umweg war entscheidend, so dass sich die Russinnen und Norwegerinnen absetzen konnten. Natalia Matveeva spielte im Sprintfinale ihre ganze Erfahrung gegen die erst damals 18-Jährige Maiken Caspersen Falla aus und holte sich den zweiten Erfolg in der Rheinmetropole. Künzel und Böhler kamen als Vierte an, doch nach einem Juryentscheid und der daraus folgenden Disqualifikation der von Ihnen ins Ziel gelangten italienischen Staffel jubelten die Beiden: mit einem Platz auf dem Podium hatten Holten sich nach Gabrielle Paruzzi 2002 den zweiten italienischen Sieg: Magda Genuin und Arianna Follisdie Zwei nicht gerechnet.

„Ich freue mich wahnsinnig über meinen dritten Platz. Der Schnee war sehr gut und wird von Jahr zu Jahr besser – sehr fest. Die Techniker hier wissen ganz genau wo noch eine Schippe Schnee hin muss und wo sie klopfen müssen. Die Stimmung ringsherum ist einfach großartig. Die Leute rufen deinen Namen und feuern dich richtig an.“, meinte eine strahlende Künzel bei der Flower-Ceremony.

 

 

Fotofinish:  Norwegen jubelt, Schweden trauert  

Dramatisch wurde es im Herrenfinale, das ohne deutsche Beteiligung auskommen musste. Das von Runde  zu Runde schneller werdende Rennen war von Spannung kaum zu überbieten. Mit der russischen, schwedischen und norwegischen Staffeln lag ein Trio bis zu Ziellinie gleichauf. Mit bloßem Auge konnte man den Sieger nicht erkennen; im Fotofinish musste die Jury den Sieger küren.

Es war eine Milimeter-Entscheidung beim Sieg von Tor-Arne Hetland und Ola Vigen HattestadDieses war wohl nicht ganz einfach, erst einige Minuten später verkündeten die Kampfrichter, dass der Fuß von Tor Arne Hetland milimetergenau vor dem von Thobias Frederiksoon war. Umjubelte Freude auf der einen und tiefe Trauer auf der anderen Seite waren die Reaktion. Dennoch wird es als eines der knappsten Rennen in die Annalen eingehen.

„Das war jetzt mein dritter Saisonsieg und ich trage das gelbe Trikot – damit wird ein Traum für mich wahr. In Düsseldorf zu laufen ist immer etwas Besonderes. Ich war zum dritten Mal hier und das deutsche Publikum hat jedes Mal eine tolle Atmosphäre erzeugt. Es ist eine riesige Show hier zu laufen. In diesem Jahr war die Strecke die beste überhaupt – unglaublich kompakt“, lobte Hattestad das gesamte Event.

Kulinarische Spezialitäten, Iglu-Dorf, Kinder-Skipiste und ARAG Rodelbahn

Erneut gab es auch neben der Rennstrecke jede Menge zu erleben. Das große runde weiße Iglu-Zelt des Schweiz Dorf war die Anlaufstelle für Liebhaber schweizerischer Kochkunst. Hier wurden alpine Köstlichkeiten frisch zubereitet, während nebenan echte Schweizer Skilehrer für die kleinen Besucher auf der Kinderskipiste gratis Skikurse gaben. Für die großen Ski-Freunde hatte die Schweiz extra Fun-Sportgeräte wie Airboards mitgebracht, die wendige und spektakuläre Abfahrten ermöglichten.

 der Strecke: Iglu des SchweizDorfDie ARAG-Rodelbahn war eine weitere Attraktion: Für die Kinder ging es auf eine Abfahrt auf Luftreifen. Besonders die S-Kurve am Ende der Bahn brachte Rodelspaß, den auch Erwachsene ausprobierten. Viel Schwung brachte das Unterhaltungsprogramm: Die Schweizer Rockband „Noisebrothers“ sorgte mit bekannten Cover-Songs für rockige Stimmung. Die Volksmusik-Stars „De Randfichten“ sowie die Schlagergrößen NIC und Jörg Bauch begeisterten mit ihren Hits. Die Feuershow von Saraph war bei Dämmerung ein besonderes optisches Highlight.


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