Weltcup-Historie: 23.10.2004

Sonne satt bei Rekordkulisse

Als die insgesamt 350.000 Zuschauer an diesem Wochenende die Rheinuferpromenade betraten, kam ihnen Skilanglauf zunächst nicht in den Sinn: Sonne, 23 Grad, windstill – das Wetter machte diesen Tag eher zu einem Sommer- als zu einem Wintertag.

So glich die dritte Veranstaltung des Skilanglauf-Weltcups in Düsseldorf stimmungstechnisch fast einer Beachparty. Die gut gelaunten Fans sorgten durch ihre Lautstärke und Sangesfreude für eine unvergessliche Veranstaltung. Als „Wahnsinn“ und „einmalig“ bezeichnete Tobias Angerer die Atmosphäre. Eine Gänsehaut überkam den Traunsteiner, als er durch das Spalier von Menschen, Fahnen und Rasseln lief.

Perfekte Stimmung am RheinAuch die Veranstalter zeigten sich zufrieden. „Die Stimmung am Rheinufer war fantastisch. Wir haben erstklassige, hochspannende Rennen gesehen und ein tolles Publikum – besser geht es einfach nicht“, sagte August Pollen, Leiter des Organisationskomitees, hinterher.

Die 110 Skilangläufer aus 19 Nationen wollten sportlich dem Publikum in nichts nachstehen und zeigten Weltklasseleistungen. Spannend bis zum Schluss ging es in der Qualifikation zum Viertelfinale zu, als sich letztendlich mit Tobias Angerer bei den Herren sowie Claudia Künzel und Manuela Henkel bei den Damen drei Deutsche für die Viertelfinalläufe qualifizierten.

Künzel mit bestem Düsseldorf-Resultat

In der KO-Runde hatte Manuela Henkel, amtierende Olympiasiegerin und Staffel-Weltmeisterin, gegen die starke Konkurrenz keine Chance. Künzel aber, als Siebte aus der Qualifikation hervorgegangen, konnte sich einmal mehr steigern, während die Stimmung zum wahren Hexenkessel anschwoll. Als Siegerin des Viertelfinales und Zweite des Halbfinals schaffte es Künzel sogar ins Finale.

Unter den besten Vier duellierte sich die Deutsche mit Marit Björgen, Premierensiegerin 2002 in Düsseldorf, der jungen Anna Dahlberg (nun besser bekannt unter dem Namen Olsson) sowie der damaligen Gesamtweltcupsiegerin Gabriella Paruzzi. Doch Künzels vielen Auftritte forderten ihren Tribut. Als Vierte feierte sie dennoch ein Topresultat und ihre beste Einzelplatzierung in Düsseldorf.

Larsson: 3 Auftritte, 3 Siege

Tobias Angerer, in der Qualifikation Zwölfter, sprintete ein wenig überraschend ins Halbfinale. Hier war für den Deutschen, der unter den letzten Acht mit der höchsten Startnummer antrat, dann Endstation. Gegen die skandinavische Phalanx hatte der Traunsteiner keine Chance. Ein wenig schwindeten dann auch bei Angerer die Kräfte. Im B-Finale erreichte er den dritten Rang und fuhr als Siebtplatzierter wichtige Weltcuppunkte ein.

Hetland (links) muss Larsson (rechts) erneut den Vorzug lassenDas Finale war mit Düsseldorf-Doppelsieger Peter Larsson und Mikael Oestberg (beide Schweden), Tor Arne Hetland (Norwegen) und Christian Zorzi bunt gemischt. Auf der insgesamt 1,6km langen Doppelschleife schenkten sich die Athleten nichts, so dass der Zielsprint entscheiden musste. Hier glänzte mal wieder „Mr. Düsseldorf“ Peter Larsson und gewann vor Hetland und Zorzi. Damit präsentierte der Schwede eine Lupenreine Düsseldorfbilanz: drei Auftritte am Rhein, drei Siege. Sensationell!

Großes Engagement der Sponsoren

Einmalig präsentierte sich auch die Sponsorenschar. Hochkaräter wie der Reifenhersteller Goodyear, der das Snow Event 2004 präsentierte. Als Hauptsponsoren fungierten das SalzburgerLand, ARAG und die Ford Werke Köln AG. Weitere Sponsoren waren E.ON Ruhrgas, Europcar, LTU, CREATON und ISIS, die alle großes Engagement zeigten. Auch die Stadt Düsseldorf unterstützte die Veranstaltung. „Dank des Engagements der Sponsoren konnten wir das gesamte Programm ohne Eintritt anbieten. Am Ende werden wir als Veranstalter wohl bei einer schwarzen Null landen. Schließlich wollen wir mit dem Snow Event kein Geld verdienen, sondern Lust auf den Winter wecken“, sagte Skihallen-Geschäftsführer Johannes Janz.

 

Die Rennergebnisse der Damen 2004

Die Rennergebnisse der Herren 2004


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