Weltcup-Historie: 28.10.2007
3 Jahren: Zuschauer feierten Tobias Angerer
Nach dem berauschenden Sieg von Jochen Wenzl am Vortag konnten die Deutschen Staffeln nicht an ihre Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Großes Pech hatte dabei Tobias Angerer, der mit einem Ski seine Runde beenden musste. Doch die über 200.000 Zuschauer ließen sich davon nicht abbringen und feierten ihre Helden wie Sieger.
Es war einer dieser Tage, an dem alles zusammenkommt. So geschehen beim Deutschen Tobias Angerer in seiner letzten Runde des Halbfinalrennens. Der Traunsteiner kämpfte sich nach vorn, als ein gegnerischer Stock die Bindung seines Schuhs auslöste: schwups, da war der Ski ab und weg und Angerer nur noch auf einem Gefährt unterwegs. Akrobatisch meisterte der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison das Missgeschick in der Spitzkehre.
Doch in der anschließenden Abfahrt und im Zielbereich hatte der Tour-de-Ski-Sieger keine Chance und hinterließ einen großen Rückstand den Josef Wenzl, Sprintsieger vom Vortag, nicht mehr zufahren konnte. Das Deutsche Traumduo war ausgeschieden, doch das fachkundige Düsseldorfer Publikum feierte seine Skihelden. „Ich bin ein echter Fan dieser Stadt geworden und freue mich jedes Jahr, hier an den Start zu gehen“, sagte Angerer, der angesichts des großen Zuspruchs der Fans schnell wieder über sein Missgeschick lachen konnte.
Siebter Streich von „Mr. Düsseldorf“
Sportlich zogen als einzige Deutsche Männerstaffel Jens Filbrich und Jens Göring ins Finale ein. Dort belegten sie einen guten siebten Rang. Ein Kopf an Kopf Rennen an der Spitze lieferten sich die schwedischen und norwegischen Teams, wobei die Blau-Gelben Thobias Fredriksson und Peter Larsson ganz knapp vor den Rot-Blauen Johan Kjöllstad und Tor-Arne Hetland siegten. Dritter wurden Markus Hellner und Emil Jönssen aus Schweden. Peter Larsson machte dabei seinen Ruf als „Mr. Düsseldorf“ alle Ehre und holte sich in der Rheinmetropole seinen insgesamt siebten Erfolg.
Bei den Damen stand ein schwedisches Team mit Charlotte Kalla und Britta Norgen ganz oben auf dem Treppchen vor Natalia Korosteleva und der Sprintsiegerin des Vortages Natalia Matveeva. Rand drei ging an das finnische Duo Pirjo Muranen/Virpi Kuitunen. Knapp verpassten Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad-Künzel als Fünfte das Podium – ihre große Stunde sollte aber erst drei Jahre später mit der Olympischen Teamsprintgoldmedaille erfolgen. Als Achte kamen Katrin Zeller und Stefanie Böhler ins Ziel.
Bundestrainer haderte ein wenig mit dem Schicksal, zog aber für das Wochenende ein positives Fazit. „Wir hatten bei den Herren ein wenig Pech, dadurch dass Tobias Angerer einen Ski verloren hat, war eine Spitzenplatzierung schon weg. Bei den Damen haben heute die Wechsel ein paar Mal nicht gepasst. Die Zeit, die man hier verliert, holt man nicht mehr raus. Insgesamt wieder ein tolles Weltcup-Wochenende. Das ist eine Vorbild-Veranstaltung für den gesamten Weltcup: Organisation, Schnee, Strecke - das passt einfach. Das war wieder perfekt.“
Älpler-Käsemaccaroni, Iglu-Dorf, Kinder-Skipiste und ARAG Rodelbahn
Ebenfalls vorblidlich war das Rahmenprogramm abseits der Rennstrecke. In den drei großen runden weißen Iglu-Zelten des Schweizer Dorfs ließen sich die großen Besucher des Snow Events alpine Köstlichkeiten schmecken, währenddessen nebenan die kleinen Besucher auf der Kinderskipiste die ersten Ski-Versuche machen konnten. Die Attraktionen ließen keine Wünsche offen: Der große Milka-Erlebnistruck, der Blick von oben auf die Strecke mit den „Milka-Flywings“ und die ARAG-Rodelbahn boten für Familien viel zum Angucken und Ausprobieren. Fetzig ging es auf dem Burgplatz zu, als die Schweizer Band ChueLee, Schlagerstar NIC und Guildo Horn & Die Orthopädischen Strümpfe auf der Hauptbühne standen.
Für DSV-Präsident Alfons Hörmann ist die Düsseldorfer Veranstaltung aus dem Wettkampfkalender nicht mehr wegzudenken: „Düsseldorf war auch wieder eine tolle Werbung für den LanglaufSport. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Die Qualität der Veranstaltung steht. Jetzt müssen wir für das nächste Jahr mit allen Verantwortlichen besprechen, ob wir die Rennen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt im Winter durchführen.“
Das Rennergebnis des Teamsprints Damen
Das Rennergebnis des Teamsprints Herren



















